Ratgeber

Hospiz, was ist das? Bedeutung, Alltag und die verschiedenen Formen

Aktualisiert am 2. Oktober 2026 · Lesezeit ca. 9 Minuten · Hospiz Christophorus

Ein Hospiz ist ein Ort, an dem schwerstkranke Menschen mit einer unheilbaren, fortschreitenden Erkrankung in ihrer letzten Lebensphase gepflegt und begleitet werden. Nicht die Heilung steht dort im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie sich die verbleibende Zeit bis zum Lebensende so gut wie möglich anfühlt, mit gelinderten Schmerzen und mit Menschen, die Zeit zum Zuhören haben.

Was ist ein Hospiz?

Wer das Wort zum ersten Mal im Arztgespräch hört, hat oft ein Sterbezimmer vor Augen. Die Wirklichkeit ist alltäglicher. Ein Hospiz ist meist ein kleines Haus mit Einzelzimmern, in dem gekocht, erzählt, gelacht, geweint und manchmal auch gefeiert wird. Die Menschen, die dort leben, heißen Gäste, nicht Patienten.

Eine kurze Hospiz-Definition beschreibt es deshalb als Einrichtung der Sterbebegleitung, in der Lebensqualität vor Behandlung steht. Medizin gehört trotzdem dazu, als Palliativversorgung mit einem anderen Ziel als im Krankenhaus.

Woher das Wort kommt und wie die Hospizbewegung entstand

Das Wort stammt vom lateinischen hospitium, das Herberge und Gastfreundschaft bedeutet. Ursprünglich war ein Hospiz eine Herberge für Pilger. Daher kommt auch die Bezeichnung „Gast“, die bis heute geblieben ist.

Die Hospizbewegung, wie wir sie heute kennen, begann in England. Die Ärztin Cicely Saunders gründete 1967 in London das St. Christopher’s Hospice. Ihr ging es darum, sterbenden Menschen bis zum letzten Atemzug ein würdevolles Leben zu ermöglichen. In Deutschland wuchs die Hospizarbeit ab den 1980er-Jahren, getragen vor allem von Bürgerinnen und Bürgern, die sich ehrenamtlich engagierten. Seit 1997 haben gesetzlich Versicherte einen Anspruch auf Leistungen im Hospiz.

Fragen zur Aufnahme oder zu Spenden?

Sarah Golden, unsere Pflegedienstleitung, berät Sie persönlich zu einem Platz in unserem Hospiz. Und wer unsere Arbeit unterstützen möchte, findet auf unserer Spendenseite alle Möglichkeiten.

Hospiz: Was wird da gemacht?

Im Hospiz geht es um gute Pflege mit wirksamer Linderung und um Menschen, die Zeit haben. Der Tag richtet sich nach dem Gast und nicht nach einem Stationsplan. Wer lange schlafen möchte, schläft lange. Wer erst am Nachmittag gewaschen werden will, wird eben am Nachmittag gewaschen.

Operationen oder Behandlungen, die heilen sollen, finden im Hospiz nicht statt. Das ist der wichtigste Unterschied zum Krankenhaus, und für viele Gäste ist genau das eine Erleichterung.

Welche Hospiz-Arten gibt es?

Es gibt vier Formen der Hospizversorgung: das stationäre Hospiz, den ambulanten Hospizdienst, das Tageshospiz und eigene Häuser für Kinder und Jugendliche. Die Palliativstation im Krankenhaus wird oft in einem Atemzug genannt, ist aber ein anderer Ort mit anderen Aufgaben.

Stationäres Hospiz

Diese Form meinen die meisten, wenn sie „Hospiz“ sagen. Wer in ein stationäres Hospiz kommt, zieht in ein eigenes Zimmer in einem kleinen, eigenständigen Haus. Pflegerische Fachkräfte sind Tag und Nacht da, eine Ärztin oder ein Arzt ist erreichbar. In den rund 270 stationären Hospizen für Erwachsene in Deutschland stehen laut dem Deutschen Hospiz- und PalliativVerband im Schnitt etwa zehn Betten.

Ambulanter Hospizdienst

Hier kommt die Begleitung zu den Menschen nach Hause oder in Pflegeeinrichtungen. Ehrenamtliche besuchen den kranken Menschen einmal oder mehrmals pro Woche, hören zu und sind eine Unterstützung für die ganze Familie. Umgangssprachlich heißt das Angebot oft „ambulantes Hospiz“. Pflege und medizinische Versorgung übernehmen ambulante Hospizdienste nicht. Dafür sind Pflegedienste und spezialisierte Palliativteams (SAPV) zuständig. Die Begleitung ist für Betroffene in der Regel kostenlos und kann schon ab der Diagnose beginnen.

Tageshospiz

Teilstationär heißt hier: Der Gast verbringt einen oder mehrere Tage pro Woche dort und schläft abends wieder im eigenen Bett. Das bringt Gesellschaft und gute Betreuung in einen Alltag, der sich sonst oft nur noch um die Krankheit dreht. Pflegende Angehörige bekommen in dieser Zeit Luft zum Durchatmen.

Kinder- und Jugendhospiz

Für Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzenden Erkrankungen gibt es eigene Häuser, die auch junge Erwachsene aufnehmen, laut DHPV derzeit 22. Anders als bei Erwachsenen ist ein Aufenthalt im Kinderhospiz schon ab der Diagnose möglich, und zwar mehrfach, oft zur Entlastung der ganzen Familie. Kinderhospize beziehen Eltern und Geschwister noch stärker ein als Häuser für Erwachsene.

Einen Platz anfragen oder unser Hospiz unterstützen

Bei Fragen zur Aufnahme erreichen Sie Sarah Golden direkt. Und wenn Sie helfen möchten, kommt Ihre Spende genau dort an, wo Sie es für richtig halten.

Hospiz oder Palliativstation? Und wo steht das Pflegeheim?

Die Palliativstation gehört zu einem Krankenhaus und behandelt akute, schwere Beschwerden für einige Tage bis Wochen. Das Hospiz ist ein Zuhause auf Zeit für die letzte Lebensphase, wenn keine Krankenhausbehandlung mehr nötig ist. Ein Pflegeheim wiederum ist ein dauerhafter Wohnort für Menschen, die über lange Zeit Pflege brauchen.

Auf eine Palliativstation kommt, wer starke Schmerzen oder Atemnot hat und dafür ärztliche Behandlung im Krankenhaus braucht. Das Team stellt die Medikamente neu ein und plant mit der Familie, wie es weitergeht. Danach geht es zurück nach Hause oder in eine Einrichtung wie das Hospiz. Manche Menschen mit schweren Erkrankungen sind über Jahre immer wieder für ein paar Tage auf Palliativstationen.

Im Pflegeheim leben Menschen oft über lange Zeit. Bewohner zahlen dort einen Eigenanteil an der Pflege, Unterkunft und Verpflegung tragen sie zusätzlich selbst. Im stationären Hospiz gibt es für gesetzlich Versicherte keinen Eigenanteil. Heimbewohner können sich übrigens zusätzlich von einem ambulanten Hospizdienst begleiten lassen.

Der Oberbegriff für all das ist Palliativversorgung, also die Linderung von Beschwerden, wenn Heilung nicht mehr möglich ist. Palliativversorgung findet zu Hause statt, im Pflegeheim, auf der Palliativstation und im Hospiz. Wenn Sie wissen möchten, wie Palliativpflege zu Hause und in Einrichtungen funktioniert, finden Sie dazu einen eigenen Beitrag.

Für wen ist ein Hospiz da?

Ein Hospiz ist für Menschen da, deren Erkrankung unheilbar ist und die nur noch eine begrenzte Lebenserwartung haben. Hinzu kommt, dass die Pflege zu Hause nicht mehr ausreicht, eine Krankenhausbehandlung aber weder nötig noch gewünscht ist.

Zwei Dinge braucht es für die Aufnahme. Der kranke Mensch muss selbst ins Hospiz wollen, niemand wird gegen seinen Willen aufgenommen. Und eine Ärztin oder ein Arzt bestätigt mit der sogenannten Notwendigkeitsbescheinigung, dass die Hospizversorgung nötig ist. Herkunft und Religion spielen dabei keine Rolle. Ausführlich erklären wir in einem eigenen Beitrag, wann die Aufnahme ins Hospiz ansteht und wie sie abläuft.

Gut zu wissen

Für gesetzlich Versicherte entsteht im stationären Hospiz kein Eigenanteil. Kranken- und Pflegekasse tragen 95 Prozent der Kosten, die übrigen 5 Prozent bringt das Hospiz über Spenden auf. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag, wer die Kosten für einen Hospizplatz übernimmt.

Helfen Sie jetzt mit

Die Kosten eines Hospizplatzes tragen zu 95 Prozent die Kranken- und Pflegekassen. Die übrigen 5 Prozent müssen wir über Spenden decken. Jeder Betrag hilft, unseren Gästen Momente der Nähe, der Ruhe und der Geborgenheit zu schenken.

Ist ein Hospiz nur zum Sterben da? Vier verbreitete Irrtümer

Nein. Im Hospiz wird gestorben, aber vor allem wird dort gelebt. Viele Ängste, die mit dem Wort Hospiz verbunden sind, halten sich hartnäckig, obwohl sie mit dem Alltag in einem Haus wenig zu tun haben.

„Wer ins Hospiz geht, kommt nicht mehr raus.“

Meistens stimmt das, aber nicht immer. Wenn Schmerzen gut eingestellt sind und Ruhe einkehrt, stabilisieren sich manche Gäste so weit, dass sie wieder nach Hause oder in eine andere Einrichtung wechseln. Ein ehemaliger Gast erzählt im Video auf unserer Startseite, dass ein Hospiz nicht immer die letzte Station sein muss.

„Ins Hospiz schiebt man seine Angehörigen ab.“

Diese Sorge lesen wir in Foren immer wieder, oft verbunden mit schlechtem Gewissen. Dabei setzt die Aufnahme den Wunsch des kranken Menschen voraus. Angehörige werden im Hospiz eher mehr einbezogen als im Krankenhaus. Viele beschreiben es als Erleichterung, die Verantwortung nicht mehr allein tragen zu müssen und wieder Familie sein zu dürfen statt Pflegekraft.

„Im Hospiz wird Sterbehilfe geleistet.“

Nein. Hospizarbeit ist Sterbebegleitung. Das Leben wird nicht um jeden Preis verlängert, das Sterben aber auch nicht herbeigeführt. Wer Todeswünsche äußert, findet im Hospiz Menschen, die das aushalten und offen darüber sprechen.

„Ein Hospiz ist ein trauriger Ort.“

Traurige Stunden gibt es, sie gehören dazu. Es gibt aber auch Geburtstage, die gefeiert werden, und das Lieblingsessen, das jemand seit Wochen nicht mehr essen konnte. Wer in einem Hospiz arbeitet, erlebt Trauer und Freude oft am selben Tag.

So sieht es bei uns im Hospiz Christophorus aus

Das Hospiz Christophorus ist ein stationäres Hospiz in Schmelz im Saarland, am Rathausplatz im Gebäude des Vitarium Gesundheitszentrums. Wir haben 12 Zimmer, alle als Einzelzimmer mit barrierefreiem Bad. Für Angehörige, die über Nacht bleiben möchten, gibt es ein eigenes Gästezimmer. Gekocht wird in unserer hauseigenen Küche.

Eine Ärztin oder ein Arzt ist bei uns Tag und Nacht erreichbar. Hospizleiter Josif Amam ist Internist und Palliativmediziner. Die palliativmedizinische Versorgung läuft über das Vitarium, Apotheke und Arztpraxen liegen im selben Haus. Unser Pflegeteam hat zum großen Teil eine Weiterbildung in Palliative Care, dazu kommen auf Wunsch Physiotherapie und qualifizierte Ehrenamtliche. Wir sind gemeinnützig und nicht konfessionell gebunden. Seelsorgerinnen und Seelsorger aller Religionen kommen, wenn Gäste sich das wünschen.

Wenn Sie für sich oder einen Angehörigen ein Hospiz in der Nähe von Saarlouis suchen, rufen Sie gern unsere Pflegedienstleitung Sarah Golden an, die das Aufnahmemanagement verantwortet: 06887 / 900 76 20. Die Anmeldung geht auch online über unser Anmeldeformular.

Häufige Fragen zum Hospiz

Laut Deutschem Hospiz- und PalliativVerband gibt es rund 270 stationäre Hospize für Erwachsene und 22 stationäre Hospize für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Hinzu kommen rund 1.500 ambulante Hospizdienste sowie Tageshospize, in denen schwerkranke Menschen tagsüber betreut werden, während sie weiter daheim wohnen.

Eine feste Höchstdauer gibt es nicht. Ein Gast bleibt, solange die Hospizversorgung notwendig ist und eine Ärztin oder ein Arzt das bestätigt. Das können einige Tage sein, manchmal auch viele Monate.

Für gesetzlich Versicherte kostet der Aufenthalt in einem stationären Hospiz nichts, es gibt keinen Eigenanteil. Kranken- und Pflegekasse übernehmen 95 Prozent, die restlichen 5 Prozent trägt das Hospiz über Spenden. Privat Versicherte sollten die Kostenübernahme vorab mit ihrer Versicherung klären.

Ja, das kommt vor. Wenn Beschwerden gut gelindert sind und sich der Zustand stabilisiert, können Gäste das Hospiz verlassen und nach Hause oder in eine andere Einrichtung wechseln. Ambulante Dienste können sie dort weiter begleiten.

In vielen Hospizen ist das möglich. Im Hospiz Christophorus in Schmelz gibt es dafür ein eigenes Gästezimmer für Angehörige. Sprechen Sie Ihren Wunsch am besten schon bei der Anmeldung an.

Hospiz Christophorus in Schmelz

Über den Herausgeber

Hospiz Christophorus

Stationäres Hospiz in Schmelz · gemeinnützig und privat geführt

Jeder Tag, jede Stunde unseres Lebens ist kostbar. In unserem Hospiz in Schmelz schaffen wir Raum für Nähe, Ruhe und Geborgenheit, für gute Gespräche, vertraute Gewohnheiten und die kleinen Freuden des Alltags. Pflegefachkräfte, Palliativmediziner und Ehrenamtliche sind für unsere Gäste und ihre Angehörigen da, damit jeder Tag so erlebt werden kann, wie es sich unsere Gäste wünschen. Mehr über uns

Ob Aufnahme oder Spende: Wir sind für Sie da.

Ob Sie einen Platz für einen Angehörigen anfragen oder unsere Arbeit mit einer Spende unterstützen möchten: Wir freuen uns, von Ihnen zu hören.